„Das freiwillige Engagement der über 60-jährigen hat in den letzten 10 Jahren deutlich zugenommen“, berichtet TNS Infratest Sozialforschung am 21.4.2010. In Zahlen wurde eine Steigerung von 7% bei den 60-jährigen und 5% bei den 70-jährigen aufgezeigt.
Rund 1100 der inzwischen knapp 29000 Bundesfreiwilligen sind 60 Jahre und älter. Mehr als 400 von Ihnen haben bereits das 65. Lebensjahr überschritten. „Ältere Menschen sind nicht das Problem unserer in die Jahre gekommenen Gesellschaft, sondern ein Teil von dessen Lösung.“ (Bundesfreiwilligendienst des Deutschen Städtetages)

Gehen Sie mal mit offenen Augen durch unseren Ort: ob Schulweghelfer, Fahrer des Seniorenbusses, Tutzinger Tafel und so weiter – ohne unsere Senioren wäre vieles nicht denkbar.

So bildet das freiwillige Engagement von Senior/innen ein bedeutsames Sozialkapital, durch welches viele Organisationen erst in die Lage versetzt werden, ihren Aufgaben nachzukommen.
Sicherlich verschieben sich die Motive der Menschen mit steigendem Alter, denn ein zunehmender Anteil an verwitweten oder alleinstehenden Senioren, ein erhöhter Bedarf an häuslicher Unterstützung oder das Sinken des Potentials der individuellen Selbsthilfe und Aktivierung führt oft zu einer schnellen biographischen Veränderung von Lebenslagen.
So lässt bei den Senioren das Interesse an Politik gegenüber der Gruppe der 50- bis 59-jährigen nach, während die Motive: soziales Handeln, soziale Integration und Selbstverwirklichung stärker in den Vordergrund treten. Eigene Interessen zu vertreten oder beruflichen Nutzen aus ihrem Engagement zu ziehen tritt sogar weitgehend in den Hintergrund.

Wenn ich mir die Altersstruktur unseres Ortsvereines ansehe, dann komme ich zu folgendem Ergebnis:
Durchschnittsalter 2012: 62,7 Jahre
1. Gruppe (unter 59-jährige)
Im Durchschnitt 46,7 Jahre alt und mit 34,3% die größte Gruppe im Mitgliederbestand, aber nur 11,4% dieser Altersgruppe sind regelmäßig aktiv.
2. Gruppe (junge Senioren 60 – 69-jährige)
Im Durchschnitt 65,1 Jahre alt und mit 31,4% durchaus als zweitgrößte Gruppe im Mitgliederbestand zu bezeichnen. 17,1% dieser Altersgruppe engagiert sich aktiv und nimmt Vorstandsfunktionen ein.
3. Gruppe (Senioren 70 – 79-jährige)
Im Durchschnitt 74,6 Jahre alt und bildet 22,8% des Mitgliederbestandes ab. Erstaunlicherweise sind in dieser Gruppe 20% regelmäßig aktiv.
4. Gruppe (Hochbetagte Senioren 80 und älter)
Im Durchschnitt 80,8 Jahre alt und mit 11.4% des Mitgliederbestandes unsere „schlagkräftigste Gruppe“

Die prozentualen Verhältnisse weichen in den Gruppen der Senioren nicht von denen des vom Kölner Institut für Sozialwissenschaftliche Analysen und Beratung (ISAB) ermittelten Zahlen hinsichtlich der in Deutschland freiwillig aktiv engagierten Senior/innen in den verschiedenen Altersgruppen ab. Unser Ortsverein liegt sogar leicht über den Werten.
Respekt, Ihr Lieben!!!
Leider gibt es aber auch einen Wehrmutstropfen. Denn beim Vergleich der Altersgruppe der unter 50-jährigen liegt eine deutliche Unterrepräsentation vor. In dieser Gruppe müssten sich 10 Mitglieder mehr aktiv in die Arbeit des Ortsvereins einbringen, damit wir auch hier vergleichbar sein könnten.
Nun ist genau diese Altersgruppe an vielen anderen Stellen überaus engagiert. Berufliche Existenzen sind aufzubauen und zu festigen; Familie und Kinder fordern ihre erhöhte Aufmerksamkeit; erkrankte Angehörige sind zu pflegen und zu versorgen, und vieles mehr, dass ich hier gar nicht weiter aufzählen möchte.
Ich kann nur enden, wie ich begonnen habe: „ohne unsere Senioren, wären wir aufgeschmissen. Danke an alle!“

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